• PhysioSystemische Therapie – Natur- & Gesundheitscoaching

FAQ’s

Willkommen auf meiner FAQ-Seite! Hier finden sie Antworten auf die häufigsten administrativen und fachlichen Fragen rund um meine Praxis, die Standorte in Bern und Wil sowie die faszinierenden neurobiologischen Zusammenhänge ihres Körpers.

Da jedes Nervensystem anders funktioniert und manche Tage reizintensiver sind als andere, lade ich sie ein, diese Seite ganz nach ihren eigenen Bedürfnissen zu nutzen: Scannen sie einfach die Themenbereiche und lesen sie genau das, was für sie und ihren Körper gerade jetzt wichtig ist – klicken sie auf die Frage und gehen sie nach dem „Sprung“ wieder leicht nach oben.

1. THERAPIE FAQS: PHYSIOSYSTEMISCHE THERAPIE, NATUR- UND GESUNDHEITSCOACHING

Frage: Warum kombinieren sie Physiotherapie mit dem systemischen Ansatz?

Frage: Was bedeutet das „Körper-Fass-Modell“ in ihrer PhysioSystemischen Therapie (PST)?

Frage: Wann ist ein Natur- und Gesundheitscoaching die ideale Ergänzung zu meiner Physiotherapie?

 

2. FACHLICHE FAQS: NACKENBESCHWERDEN, CMD, TINNITUS, SCHWINDEL & SEHLEISTUNGSDEFIZITE

Frage: Was ist eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) und wie hängen Kiefer- und Nackenschmerzen zusammen?

Frage: Warum kann mein nächtliches Kieferpressen (CMD) die Ursache für meinen Tinnitus sein?

Frage: Warum leide ich bei Nackenverspannungen oft unter Schwindel oder unklaren Sehproblemen?

Frage: Warum ist der Vagus-Nerv-Reset über die Augen so wirksam bei Nackenschmerzen?

 

3. FACHLICHE FAQS: NEURODIVERGENZ (ADHS & ASS IM VERGLEICH) UND NEUROBIOLOGISCHE SCHMERZTHERAPIEANSÄTZE

Frage: Behandeln sie ADHS und ASS in ihrer Praxis gleich?

Frage: Wie sieht der konkrete Fokus bei der ADHS-Therapie aus?

Frage: Und wie unterscheidet sich die Therapie bei ASS (Autismus)?

Frage: Warum zappelt mein Bein in der Sitzung und was kann ich tun?

Frage: Wieso habe ich seit den Wechseljahren mehr Beschwerden? Wieso reichen meine Strategien nicht mehr insb. bei ADHS, ASS & AuDHS?

Frage: Gibt es für mich bei ADHS/ASS/AuDHS in den Wechseljahren einen Weg zu weniger Schmerz ohne künstliche Hormone?

Frage: Was genau bedeutet „ACC-Capping“ in der Schmerztherapie?

 

4. BIOMECHANISCHE FAQS: HALTUNG, PC-ARBEIT & FASZIEN

Frage: Warum hilft mir klassisches Krafttraining bei Rückenschmerzen oft nicht?

Frage: Warum fühle ich mich unter Stress wie einbetoniert oder sacke nach der Arbeit erschöpft zusammen?

Frage: Warum habe ich schmerzfrei querfeldein im Wald viel weniger Beschwerden als auf dem Laufband?

Frage: Wenn ich am PC erschöpft bin – ist krampfhaftes Geradesitzen oder „Hängen im Stuhl“ besser?

Frage: Kann ein hochaktives Gehirn (CEN) ohne Stress das Immunsystem schwächen?

 

5. ADMINISTRATIVE PRAXIS-FAQS: KOSTEN, DAUER, ORT & KRANKENKASSE

Frage: Brauche ich für die PhysioSystemische Therapie eine ärztliche Verordnung?

Frage: Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für die Behandlung?

Frage: Wie lange dauert eine Sitzung in ihrer Praxis und wie ist der Ablauf?

Frage: Wo finden die Behandlungen und die Natur-Coachings statt?

Frage: Wie kann ich einen Termin vereinbaren?

  • Blog

1. Therapie FAQs: PhysioSystemische Therapie, Natur- und Gesundheitscoaching

Frage: Warum kombinieren sie Physiotherapie mit dem systemischen Ansatz?

Antwort: Weil Körper und Nervensystem eine untrennbare Einheit bilden. Über manuelle Techniken bspw. am Kiefer (CMD), an der Halswirbelsäule (HWS), am Schädel und in den gesamten Faszienketten unterbrechen wir fehlerhafte Datenströme sei dies aufgrund von Stress, ungünstigen Haltungs- oder Bewegungsmustern. Das entspannt das Gewebe sofort, verbessert ihre Körperwahrnehmung und nimmt den akuten physikalischen Druck vom System. Gleichzeitig erarbeiten wir im systemischen Coaching alltagsnahe Selbsttechniken (z. B. Vagus-Reset, bilaterale Stimulation oder propriozeptive Pausen), die exakt zu ihrer individuellen Lebenssituation und ihrem Gehirntyp passen. So erzielen wir ein langfristiges und stabiles Behandlungsergebnis in ihrem täglichen Lebens- und Arbeitsumfeld.

Frage: Was bedeutet das „Körper-Fass-Modell“ in ihrer PhysioSystemischen Therapie (PST)?

Antwort: Das Körper-Fass-Modell beschreibt ihre Belastungs- und Regulationsgrenze. Jeder Mensch besitzt ein biologisches „Fass“. Dieses wird im Alltag durch verschiedene Faktoren kontinuierlich gefüllt:

• Ebene 1 (Körperliche Ursachen): Haltungsstarre am PC, Kieferpressen, alte Verletzungen, Schlafmangel, Entzündungen.
• Ebene 2 (Wechselwirkung Körper & Psyche): Kognitiver Hyperfokus, emotionaler Stress, unbewusste Schutzhaltungen, unbewusstes Masking.
• Ebene 3 (Umwelteinflüsse & Rahmenbedingungen): Sensorische Reize, Lärm, unergonomische Arbeitsplätze, soziale Konflikte.
Solange das Fass nicht überläuft, spüren sie keine Schmerzen. Erst wenn der obere Rand erreicht ist, bricht das System in Form von Tinnitus, CMD-Schmerzen, Kopfschmerzen oder chronischen Blockaden (physisch, kognitiv oder emotional) zusammen. In der PST machen wir zwei Dinge: Wir entlasten das Fass manuell mit verschiedenen passiven Therapieansätzen (Methodenkoffer), indem wir die körperlichen Verspannungen und Blockaden lösen, und wir vergrössern ihr Fass nachhaltig im systemischen Coaching, indem wir ihre persönlichen Ressourcen stärken.

Frage: Wann ist ein Natur- und Gesundheitscoaching die ideale Ergänzung zu meiner Physiotherapie?

Antwort: Ein Natur-Coaching ist immer dann der absolute Gamechanger, wenn ihr Nervensystem durch chronische Schmerzen, eine stressige Lebensphase oder ein hohes Alltagstempo im sympathischen Überlebensmodus (Kampf/Flucht) gefangen ist. In diesem Zustand ist das körperliche Alarmsystem (ACC) so hyperaktiv, dass das Gewebe manchmal drinnen, im Raum kaum noch auf passive Griffe reagieren kann – der Körper lässt schlichtweg nicht los.
Draussen in der Natur weg von den bekannten Reizen kann ihr Nervensystem wieder in den Aufnahme- bzw. Kreativitätsmodus kommen d.h. die Gehirnschaukel pendelt ideal zwischen dem Default Mode Network (DMN) und dem Task Positiv Network (TPN). Ihr Blick wird offener, Ideen purzeln raus und der nächste für sie passende Schritt wird klarer. Wenn sie anschliessend auch im Alltag wieder mehr Ruhe haben (Parasympathikus aktiv) wird ihr Gewebe auch wieder verarbeitungs- und lösungsfähig, und wir können fest verankerte, blockierende Haltungs- und Bewegungsmuster in einem sicheren Raum an der Wurzel auflösen.


2. Fachliche FAQs: Nackenbeschwerden, CMD, Tinnitus, Schwindel & Sehleistungsdefizite

Frage: Was ist eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) und wie hängen Kiefer- und Nackenschmerzen zusammen?

Antwort: Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) beschreibt eine Fehlregulation des Kausystems (Kiefergelenke, Zähne, Kaumuskulatur). Kiefer und Nacken bilden neurologisch eine untrennbare Funktionseinheit:
Die Nervenfasern der oberen Halswirbelsäule (C1-C3) und des Trigeminusnervs (CN V, der den Kiefer innerviert) kreuzen sich direkt im Hirnstamm (trigeminocervikaler Komplex). Wenn sie nachts unbewusst Zähne pressen oder knirschen, leitet der Trigeminus diese massive Spannung direkt an das Segment der Halswirbelsäule weiter.
Der Nervus accessorius (CN XI), welcher den M. sternocleidomastoideus (SCM) und den M. trapezius innerviert, wird reflektorisch mitaktiviert. Die Folge ist ein chronisch verspannter Nacken, der sich durch reine Massage am Nacken kaum dauerhaft lösen lässt, solange der Kiefer und ihr Nervensystem nicht mitbehandelt wird. Der Kiefer presst in der Nacht auch, weil er einer der wenigen Muskeln ist, der im Traumschlaf (REM-Schlaf) nicht gelähmt ist. Hier kommt die Gehirn-Schaukel ins Spiel, welche ich ihnen gerne erkläre, damit sie längerfristig wieder Lockerheit in diesen Muskeln spüren können.

Frage: Warum kann mein nächtliches Kieferpressen (CMD) die Ursache für meinen Tinnitus sein?

Antwort: Dies basiert auf einem nachgewiesenen, neuroanatomischen Effekt im Hirnstamm, dem sogenannten somatosensorischen (oder zervikogenen) Tinnitus:
Die propriozeptiven Nervenbahnen der HWS-Segmente C1-C3 und des Trigeminusnervs kreuzen sich direkt im Dorsalen Cochlearkern (dem Hörzentrum im Hirnstamm). Liegt nun durch nächtliches Pressen oder HWS-Blockaden eine chronische mechanische Überlastung vor, feuern diese körperlichen Rezeptoren pausenlos Signale.
Im Cochlearkern kommt es zu einem neuronalen „Übersprechen“: Das Gehirn kann die einströmende Muskelspannung nicht mehr vom echten Hörsignal trennen und interpretiert die mechanische Warnung fälschlicherweise als akustischen Ton (Pfeifen, Rauschen, Summen). Für einen längerfristigen Erfolg erarbeiten wir auch Strategien, damit ihr Kiefermuskel in der Nacht locker bleiben kann.

Frage: Warum leide ich bei Nackenverspannungen oft unter Schwindel oder unklaren Sehproblemen?

Antwort: Die subokzipitale Nackenmuskulatur (die kurzen Nackenmuskeln direkt unter dem Schädelansatz) besitzt die höchste Dichte an Muskelspindeln im gesamten menschlichen Körper. Diese Muskeln sind neurologisch direkt mit den Augenmuskeln (cerviko-okulärer Reflex) und dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr verschaltet.
Wenn diese subokzipitalen Muskeln chronisch verkrampfen oder durch ein Schleudertrauma (auch ohne Bewusstlosigkeit!) gestaucht werden, senden sie fehlerhafte Positionsdaten an das Gehirn. Das Gehirn erhält nun widersprüchliche Signale: Die Augen melden eine stabile Position, das Innenohr meldet Ruhe, aber der Nacken signalisiert extreme Bewegung.
Dieses Daten-Chaos im Hirnstamm kann das Gehirn nicht verarbeiten – die Folge sind diffuser Schwindel, Benommenheit, Flimmern vor den Augen oder unklare Seh- und Fokussierungsprobleme.

Frage: Warum ist der Vagus-Nerv-Reset über die Augen so wirksam bei Nackenschmerzen?

Antwort: Die Augenmuskeln (Hirnnerven CN III, IV, VI) sind neurologisch direkt mit den subokzipitalen Muskeln (oberste Halswirbel C1–C3) verschaltet. Der Vagus-Reset über extreme Augenbewegungen stimuliert den Ruhenerv direkt am Hirnstamm und nimmt sofort den reflektorischen Druck von den subokzipitalen Muskeln, was auch den zervikogenen Tinnitus lindert.


3. Fachliche FAQs Neurodivergenz (ADHS & ASS im Vergleich) und neurobiologische Schmerztherapieansätze

Frage: Behandeln sie ADHS und ASS in ihrer Praxis gleich?

Antwort: Nein, absolut nicht. Neurobiologisch gesehen erfordern beide Profile sehr unterschiedliche therapeutische Ansätze, obwohl beide unter das Dach der Neurodivergenz fallen.
• Das ADHS-Gehirn hat einen chronischen Dopaminmangel in den Basalganglien. In der Therapie braucht es gezielte propriozeptive Stimulation, Dynamik, Abwechslung und emotionale, spielerische Elemente (Dopamin-Sättigung).
• Das ASS-Gehirn hat u.a. einen geschwächten Reizfilter im Thalamus (synaptischer Pruning-Mangel). Es benötigt strikten Schutz vor Reizüberflutung, absolute Vorhersagbarkeit, reizarme Räume, funktionale Rückmeldungen und propriozeptiven Tiefendruck (Heavy Work), um Sicherheit zu erfahren.

Frage: Wie sieht der konkrete Fokus bei der ADHS-Therapie aus?

Antwort: Erwachsene mit ADHS leiden oft unter einer chronischen Überaktivierung des Sympathikus (Dauerstress) und einem muskulären Panzer durch lebenslange Anpassung (Masking: „Ich darf nicht zu laut/zu viel sein“). Dies verbraucht Unmengen an kognitiver Energie und erzeugt unbewusst diesen chronischen, sympathikotonen Muskelpanzer, welcher dann oft nach kleinen Überbelastungen, Hormonveränderungen oder neuen Stressoren zu Beschwerden führt. Unser Therapieziel ist ein gezieltes Dopamin-Management sowie die Aktivierung des Parasympathikus (Ruhenerv) für echte Regeneration. Wir nutzen die Freude an Bewegung, komplexe Koordinationsaufgaben, Hobbys, nahe Bezugspersonen und positive, emotionale Highlights, um das System nachhaltig aus dem Daueralarm (SNS) zu befreien.

Frage: Und wie unterscheidet sich die Therapie bei ASS (Autismus)?

Antwort: Bei einer körperlichen Beschwerde und ASS arbeiten wir mit dem 3-Phasen-Modell der PhysioSystemischen Therapie, das ihnen einen klaren Leitfaden im Alltag gibt. Bei ASS steht der Thalamus-Schutz im Vordergrund. Da der Reizfilter im Gehirn Geräusche, Licht und sogar soziale Signale ungefiltert durchlässt, arbeiten wir in einer reizreduzierten, emotional stabilen und absolut vorhersagbaren Atmosphäre. Ich beziehe alle bewährten Strategien mit ein, die sie bereits mitbringen. Ich gebe gezielt ein präzises, beschreibendes Feedback und sie bereiten Bewegungen mit propriozeptivem Tiefendruck (Heavy Work) vor. Das senkt das neurologische Rauschen und macht exekutive Handlungsabläufe (z. B. bei Dyspraxie) überhaupt erst trainierbar. Um das Erstgespräch zu entlasten, biete ich meinen Klienten zudem die Möglichkeit, mir im Vorfeld einen schriftlichen Fragebogen auszufüllen, damit ich mich optimal vorbereiten kann und sie genau wissen, was auf sie zukommt.

Frage: Warum zappelt mein Bein in der Sitzung und was kann ich tun?

Antwort: Das Zappeln ist ein somatisches Notventil insb. bei ADHS. Bei Dopaminmangel sperren die Basalganglien die Bewegungsschranke und auch den Fokus, den sie fürs Meeting brauchen. Das erzwungene Stillsitzen baut inneren motorischen Druck auf. Das Zappeln erzeugt propriozeptives Feedback, das Dopamin freisetzt. Lassen sie uns in der Therapie für ihre Situation passende – nicht sichtbare – Bewegungen entwickeln. Versuchen sie beispielsweise die Hände von unten nach oben gegen die Tischkante zu drücken. Dies öffnet die Schranke gezielt, baut das gestaute Noradrenalin ab und macht das Nervensystem überhaupt erst empfänglich. Ihr Nervensystem ist sehr clever, immer der gleiche Trick wird nicht funktionieren, da es sich langweilt.

Frage: Wieso habe ich seit den Wechseljahren mehr Beschwerden? Wieso reichen meine Strategien nicht mehr insb. bei ADHS, ASS & AuDHS?

Antwort: Das liegt an einem biochemischen Wendepunkt im Gehirn. Das weibliche Hormon Östrogen steuert und schützt massgeblich die Dopaminproduktion und den Schmerzfilter. Sinkt der Östrogenspiegel in den Wechseljahren, stürzt das ohnehin knappe Dopamin bei ADHS- und AuDHS-Betroffenen ins Bodenlose. Das exekutive Kontrollsystem des Gehirns kapituliert. Strategien, die 40 Jahre lang funktioniert haben, greifen plötzlich nicht mehr – es kommt zu heftigem Gehirnnebel (Brain Fog), massiver Erschöpfung und einer explosionsartigen Zunahme von chronischen Nacken-, Kiefer- und Gelenkschmerzen.

Frage: Gibt es für mich bei ADHS/ASS/AuDHS in den Wechseljahren einen Weg zu weniger Schmerz ohne künstliche Hormone?

Antwort: Ja, absolut. Ein hormonfreier Weg ist erfolgreich, erfordert aber eine radikale Erkenntnis: Das neurodivergente Gehirn in den Wechseljahren kann nicht mehr wie das einer neurotypischen 25-Jährigen funktionieren. Es braucht jetzt ein intensiveres, bewussteres Pacing. In meiner Praxis in Bern und Wil nutzen wir gezielte physiosystemische Werkzeuge, um das System hormonfrei zu stabilisieren: Radikale sensorische Diät (externer Thalamusschutz), propriozeptives Dopamin-Doping durch mechanische Reize, die ihre Tiefenmuskulatur wecken, und ein systemisches Energiemanagement mit festen, exekutiv mühelosen Dopamin-Inseln im Alltag.

Frage: Was genau bedeutet „ACC-Capping“ in der Schmerztherapie?

Antwort: Das Capping (Deckeln) beschreibt das gezielte Herunterregulieren eines hyperaktiven Alarmsystems im Gehirn. Steht der Anteriorer Cingulärer Cortex (ACC) unter Schmerz- oder Reizoverload, blockiert er das logische Denken. Durch somatische Notbremsen (u.a. Vagus-Reset, Butterfly Hug) deckeln wir diesen Alarm, um die Gehirnschaukel (TPN vs. DMN) wieder manövrierfähig zu machen.


4. Biomechanische FAQs: Haltung, PC-Arbeit & Faszien

Frage: Warum hilft mir klassisches Krafttraining bei Rückenschmerzen oft nicht?

Antwort: Bei einem neurodivergenten Gehirn (ADHS/ASS/AuDHS) funktioniert die automatische, unbewusste Aktivierung der tiefen Haltemuskulatur über die Basalganglien oft unzuverlässig. Wenn wir versuchen, „gerade zu sitzen“ oder stures Krafttraining an Fitnessgeräten machen, nutzen wir unbewusst unsere grosse, oberflächliche Bewegungsmuskulatur mit reiner Willenskraft. Diese phasischen Muskeln übersäuern extrem schnell. Das Ergebnis ist ein noch massiverer Muskelpanzer, der ununterbrochen Schmerzsignale direkt an das Alarmzentrum im Gehirn (Amygdala) sendet, anstatt den Rücken zu entlasten. Das gilt übrigens genauso für neurotypische Menschen unter Stress oder bei geistiger Erschöpfung. Sobald ihr Nervensystem überlastet ist, versagt die unbewusste Stabilisierung ihrer Haltemuskulatur (Ablauf im Gehirn etwas anders) und sie weichen auf starre Schutzspannungen aus, was sie nur noch tiefer in den Schmerzkreislauf treibt.

Frage: Warum fühle ich mich unter Stress wie einbetoniert oder sacke nach der Arbeit erschöpft zusammen?

Antwort: Das liegt an zwei unterschiedlichen neurobiologischen Zuständen ihres Nervensystems, die ihre Muskelsteuerung beeinflussen:
• Unter Stress (der ACC-Wachhund bellt): Wenn ihr Alarmzentrum (ACC) und ihre Amygdala aktiv sind, blockiert das Gehirn die unbewussten, entspannten Ausgleichsbewegungen der Striatum-Schleife. Das Signal lautet: ‚Keine Haltungsänderungen!‘ Ihr System schaltet auf archaische Schutzreflexe um und spannt die grossen, schnell ermüdenden Bewegungsmuskeln (die phasischen Muskeln) an. Ihre Schultern ziehen hoch (Nervus accessorius) und ihr Kiefer presst zusammen (Trigeminusnerv). Sie fühlen sich steif und wie einbetoniert.
• Bei geistiger Erschöpfung (CEN-Crash): Wenn ihr kognitives Fokus-Netzwerk (CEN) nach stundenlanger Arbeit leergebrannt ist, fehlt ihnen die Kraft für die Haltung. Ihre Muskeln schalten ab, sie sacken zusammen und hängen passiv in ihren Bändern, Gelenkkapseln und Faszien.
In beiden Fällen hilft eine kurze, mühelose ’30-Sekunden-Gleit-Pause‘ (Bewegen gemäss dem spontanen Körperimpuls bspw. wie eine Katze), um die verklebte Faszien-Hyaluronsäure wieder flüssig zu machen und ihre tonische Tiefenmuskulatur sanft über Schwerkraftreize zu wecken, ohne ihr erschöpftes CEN zu belasten.

Frage: Warum habe ich schmerzfrei querfeldein im Wald viel weniger Beschwerden als auf dem Laufband?

Antwort: Querfeldeinlaufen über Wurzeln, Steine und durch Unterholz ist die perfekte, natürliche Rehabilitation für das Gehirn. Da der Boden unvorhersehbar ist, muss das Kleinhirn im Millisekundentakt reagieren.
Das System schaltet automatisch und reflektorisch auf die tiefe, tonische Haltemuskulatur und die elastischen Faszienketten um, ohne dass ihr logisches CEN (Zentrales Exekutivnetzwerk) aktiv mitdenken muss. Das Laufband hingegen langweilt das System – die unbewusste Stabilisierung schläft ein, und die oberflächlichen Muskeln verkrampfen als Halte-Ersatz.

Frage: Wenn ich am PC erschöpft bin – ist krampfhaftes Geradesitzen oder „Hängen im Stuhl“ besser?

Antwort: Wenn ihr System nach einem langen Arbeitstag exekutiv erschöpft ist, ist das komplette Hängenlassen auf dem Stuhl kurzfristig tatsächlich das kleinere Übel. Es erlaubt dem überlasteten Muskelpanzer, endlich loszulassen und senkt den inneren Alarmtonus (ACC-Capping).
Die fasziale Quittung folgt jedoch durch langes, unbewegtes Verharren: Die Hyaluronsäure trocknet aus, und das Gewebe verklebt in dieser krummen Position. Meine Lösung lautet daher: Erlaubtes, entspanntes Hängen, kombiniert mit winzigen, exekutiv mühelosen „30-Sekunden-Gleit-Pausen“ (denken sie an die Katze ), um die Faszien flüssig zu halten. Oder wie wär’s mit einem Onlinetermin auf dem Balance-Board?

Frage: Kann ein hochaktives Gehirn (CEN) ohne Stress das Immunsystem schwächen?

Antwort: Ja, absolut. Reiner kognitiver Fokus (Eustress) fordert ununterbrochen Noradrenalin aus dem Locus coeruleus. Dieses Noradrenalin dockt an die adrenergen Rezeptoren der Immunzellen in Milz und Lymphknoten an und drosselt deren Aktivität. Gleichzeitig sinkt der Schleimhautschutz (sekretorisches IgA), was ein infektanfälliges Fenster öffnet – ganz ohne emotionales Stressempfinden. Typischerweise werden sie erst am nächsten freien Wochenende oder in den Ferien krank, wenn ihr Hirn endlich wieder in den körper-regenerierenden Ruhemodus umschalten kann.


5. Administrative Praxis-FAQs (Preis, Dauer, Ort & Krankenkasse)

Frage: Brauche ich für die PhysioSystemische Therapie eine ärztliche Verordnung?

Antwort: Das kommt darauf an, welchen Weg sie wählen:
• Physiotherapie via Grundversicherung (Mischmodell): Wenn die Bezahlung über die obligatorische Grundversicherung (KVG) abgerechnet werden soll, benötigen sie eine gültige ärztliche Verordnung für Physiotherapie (z. B. von ihrem Hausarzt, ihrer Gynäkologin oder ihrem Psychiater). Da ich mit einem spezialisierten Mischmodell arbeite, das über die standardisierte 25-Minuten-Taktung hinausgeht, entsteht für sie auch mit einer Verordnung ein Selbstzahler-Anteil für die erweiterte Behandlungszeit.
• Coaching, Natur-Coaching oder Selbstzahler: Wenn sie mein Angebot als reine Präventionsmassnahme, persönliche Entwicklungsarbeit oder systemisches Gesundheitscoaching nutzen möchten, können sie sich jederzeit direkt, unkompliziert und ohne Verordnung bei mir anmelden. Diese Leistungen werden privat bezahlt.

Frage: Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für die Behandlung?

• Grundversicherung (KVG – Mischmodell): Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung für Physiotherapie werden die Behandlungskosten anteilig über die Grundversicherung abgerechnet (abzüglich ihrer gesetzlichen Franchise und des Selbstbehalts). Da wir uns pro Termin deutlich mehr Zeit und Raum reservieren als die standardisierten 25 Minuten der Grundversicherung und zusätzlich viel physiotherapieferne Ansätze und Wissen integriert wird, stell ich ihnen für den zusätzlichen, hochspezialisierten Anteil einen transparenten Selbstzahler-Anteil in Rechnung.
• Zusatzversicherung (VVG): Viele Krankenkassen beteiligen sich über die Zusatzversicherung für Komplementärmedizin, Prävention oder Gesundheitsförderung an den Kosten für systemisches Coaching oder naturtherapeutische Angebote. Bitte klären sie dies im Vorfeld direkt mit ihrer Zusatzversicherung ab. Ich bin beim EMR für die Methode «klassische Massage» registriert.
• Selbstzahler: Sie haben jederzeit die Möglichkeit, alle Leistungen vollständig als Selbstzahler zu begleichen. Die aktuellen Tarife finden sie transparent auf meiner Homepage und Buchungsseite.

Frage: Wie lange dauert eine Sitzung in ihrer Praxis und wie ist der Ablauf?

Antwort: Eine Standard-Physiotherapie-Sitzung in der Schweiz dauert in der Regel nur 25 Minuten – viel zu kurz, um ein chronisch überreiztes Nervensystem (insbesondere bei ADHS, ASS, AuDHS oder anhaltenden Kopf- und Nackenschmerzen) nachhaltig zu regulieren. Deshalb arbeite ich mit einem qualitätsorientierten, erweiterten Zeitmodell:
• Mindestens 45 Minuten Direktkontakt: Jede Therapiesitzung beinhaltet mindestens 45 Minuten intensive, persönliche Behandlungszeit direkt mit ihnen (manuelle Techniken, Wahrnehmungsschulung, mysofasziales Training, Coaching und vieles mehr gemäss meinem Methodenkoffer).
• Zuzüglich Fallbearbeitung in Abwesenheit: Um der Komplexität ihres Systems gerecht zu werden, gehört zu jedem Termin eine gründliche Vor- und Nachbereitung, Dokumentation und Analyse der Kausalketten, die ich für sie im Hintergrund in ihrer Abwesenheit durchführe.
Diese Zeitspanne ermöglicht uns ein reizarmes, tiefgehendes und prozessorientiertes Arbeiten ohne Zeitdruck: Wir verbinden manuelle Techniken mit alltagsnahen Selbstregulationstechniken oder systemischem Coaching. Der genaue Zeitrahmen wird in der Erstkonsultation flexibel auf ihre Kapazitäten und Bedürfnisse abgestimmt.

Frage: Wo finden die Behandlungen und die Natur-Coachings statt?

Antwort: Ich arbeite an mehreren, gut erreichbaren Standorten:

• Praxis Bern: Eigerstrasse 42, 3007 Bern (Zentral gelegen, geöffnet von Montag bis Mittwoch unterschiedlich zwischen 8.00 – 19.15 Uhr).
• Praxisräume Wil SG: Mein neuer Standort in der Ostschweiz öffnet ab dem 5. Oktober 2026 seine Türen. Die Öffnungszeiten in Wil sind Montag und Donnerstag (Morgen und Nachmittag im Wechsel). Aktuell fragen sie Termine bitte per Email an.
A: In der Physiotherapie am Kreisel, Zürcherstrasse 6 (idealer für spezifische manuelle Therapie aufgrund der Liege)
B: In der Gemeinschaftspraxis von G. Knaus, Bahnhofstrasse 29 (idealer für ASS)
• Busswil TG: In Busswil findet die PST weiterhin mobil draussen in der nahen Natur statt, jeweils am Donnerstag und Freitag auf Anfrage per Email.
• Natur-Coaching: Das Coaching draussen in der Natur findet in naturnahen Räumen oder ausgewählten Naturperlen (z. B. am Fluss, im Kanu, im Wald oder am Lagerfeuer) im Raum Bern sowie in der Region Wil statt. Die Natur dient uns dabei als biologisches Spiegelbild, Inspirationsquelle und Co-Coach und erleichtert neue Blickwinkel für den nächsten passenden Schritt.

Frage: Wie kann ich einen Termin vereinbaren?

Antwort: Um ihnen die Kontaktaufnahme so barrierefrei und exekutiv einfach wie möglich zu gestalten, stehen ihnen folgende Wege offen:
• Online-Buchung: Sie können ihren Wunschtermin direkt und mit der Agenda vor ihnen zu jeder Zeit über das Online-Buchungsportal auf meiner Homepage (stefanie-staub.ch) reservieren. In Wil ist das Buchungsportal aktuell noch nicht eingerichtet.
• Schriftlich / Telefonisch: Termine für Bern werden bevorzugt online gebucht. Detailfragen können wir gerne in der ersten Sitzung klären. Wenn sie einen Termin in Wil möchten oder ein anderes Setting für den Ersttermin wünschen als in der Praxis und zuerst das Gespräch im Sitzen, kontaktieren sie mich unkompliziert per E-Mail (praxis@stefanie-staub.ch). Telefonisch bin ich schlecht erreichbar an den Arbeitstagen. Alternativen sind ein Fragebogen z.B. oft bei ASS gewünscht oder ein Gehgespräch.

Kontakt

NordenZyt: Meine Praxis öffnet am 5. Oktober 2026 wieder ihre Türen.

Stefanie Staub

PhysioSystemische Therapie,
Natur- & Gesundheitscoaching

Praxis Bern:
Eigerstrasse 42, 3007 Bern
praxis@stefanie-staub.ch
079 422 85 03

Praxisadressen Wil:
Zürcherstrasse 6 (ab Nov. 2026)
untere Bahnhofstrasse 29 (ab Okt. 2026)
praxis@stefanie-staub.ch
079 422 85 03

Praxis Busswil:
mobil, in der Natur

Natur Coaching:
rund um Bern und Wil
naturcoaching@stefanie-staub.ch

Firmensitz: Busswil TG

Öffungszeiten

Öffnungszeiten Bern: Montag bis Mittwoch unterschiedlich zwischen 8.00 – 19.15 Uhr
Öffnungszeiten Wil: Montag und Donnerstag, Morgen und Nachmittag im Wechsel
Öffnungszeiten Busswil: Do & Fr auf Anfrage

Sprache

Ich spreche auf unterschiedlichen Sprachniveaus deutsch, englisch, spanisch und französisch.
Ich kommuniziere direkt, in Bildern oder mit Fachwörtern (u.a. Fachpersonen, KI’s).

© 2026 Stefanie Staub
contact-section