• PhysioSystemische Therapie – Natur- & Gesundheitscoaching

Informationen zur PhysioSystemischen Therapie

Für wen ist PST?

Methodenkoffer

GVA-Modell

Hintergrundinformationen

Beispiele

PhysioSystemische Therapie kurz erklärt

Die PhysioSystemische Therapie kombiniert klassische Physiotherapie mit einem systemischen Analyse- und Behandlungsansatz. Ihr Körper steht dabei im Fokus.

Wir arbeiten auf allen drei Ebenen der PST, um das ganze System zu erfassen, in dem sie sich täglich bewegen und das auf sie und ihren Körper einwirkt:

  • Ebene 1 – Körperliche Ursachen: Dysfunktionen der Muskeln wie Verspannungen oder Schwäche, Faszienketten, Nerven und Gelenken, Haltungsmuster wie Haltungsstarre am PC, Kieferpressen, Dysbalance autonomes Nervensystem, Schlafmangel, alte Verletzungen, Atmungsmuster, Bewegungsmangel, Entzündungen.
  • Ebene 2 – Wechselwirkung Körper & Psyche: Kognitiver Hyperfokus, emotionaler Stress, unbewusste Schutzhaltungen, unbewusstes Masking.
  • Ebene 3 – Umwelteinflüsse & Rahmenbedingungen: Sensorische Reize, Lärm, unergonomische Arbeitsplätze, soziale & familiäre Situation bzw. Belastungen, Konflikte Wohnsituation etc.

Ich unterstütze sie dabei herauszufinden, welche Faktoren ihr „Körper-Fass“ zum Überlaufen brachten, wie sie diese Faktoren reduzieren und wie sie ihr Fass wieder vergrössern bzw. mehr Ressourcen gewinnen können.

Das Zusammenspiel erkennen – Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg

Wie beeinflussen sich beispielsweise Kopfposition, Kieferbewegungen, Haltungsmuster, Sehleistungsdefizite, Fusskontakt mit dem Boden, Körperwahrnehmung, Schmerzen oder Verspannungen? Wie hängen Emotionen, Neurodiversität, Denk- und Verhaltensmuster mit ihrer Körperspannung – ihrem Muskelpanzer – zusammen? Zum System gehören auch ihre Lebens- und Arbeitssituation sowie ihre körperlichen Grundbedürfnisse (Schlaf, Bewegung, Ernährung, Balance von Leistung und Entspannung).

Gemeinsam besprechen wir die physiosystemische Hypothese und priorisieren die vorgeschlagenen Interventionen aus meinem Methodenkoffer. Bespiele dazu:

  • Manuelle Behandlungstechniken: Gezielte Entlastung von Kiefer (CMD), HWS, Schädel, Becken, Rücken etc. und in der entsprechenden Faszienkette.
  • Individuelles myofasziales Training: Spezifische Übungen für ihre Muskel- und Faszienketten.
  • Vegetative Balance inkl. GVA-Modell: Methoden zur Regulation des vegetativen Nervensystems (Herausforderungen, Leistung, Stress vs. Entspannung, Körperwahrnehmung, Ruhe) und ihrer Gehirn-Schaukel.
  • Gesundheitscoaching & Informationen: Alltagsnahe Selbsttechniken, um auf ihre Körperstimme zu hören und ihre Ressourcen bewusst einzusetzen.

Physiotherapie (mit Weiterbildungen wie Master msk PT, Crafta usw.) ist die solide Grundlage der PhysioSystemischen Therapie. Mein stark vernetztes Denken und Wahrnehmen zusammen mit der Freude am Erforschen von neuen Wegen geben der PST eine grosse Vielfalt an Methoden für ihre individuelle Behandlung.

Machen sie sich auf den Weg zu einem dynamischen Gleichgewicht in ihrem Körper und so zu mehr körperlichem Wohlbefinden.

Vertiefte Informationen zu…

CMD

Das GVA-Modell der PhysioSystemischen Therapie

Der Weg zur erfolgreichen Absichtshandlung oder zum erholsamen Absichtsmodus

Klassische Therapiekonzepte verlangen oft sofortiges Funktionieren im Alltag. In der PhysioSystemischen Therapie gehen wir einen anderen, hirngerechten Weg. Mit dem GVA-Modell (Grün – Vorbereitung – Absicht) bereiten wir ihr Nervensystem und ihren Körper massgeschneidert auf ihre persönlichen Ziele vor – sei es schmerzfreie Bewegung, konzentriertes Arbeiten oder erholsamer Schlaf.

Weil jedes Nervensystem eine völlig individuelle Biochemie besitzt, passen wir die konkreten Schritte in jeder Sitzung flexibel an. Die folgenden Interventionen sind daher nur beispielhafte Möglichkeiten aus meinem therapeutischen Methodenkoffer, um aufzuzeigen, wie breit gefächert wir ansetzen können:

Phase G – Grün: Neurozeptive Sicherheit

Wir beruhigen das überreizte Alarmsystem im Gehirn (ACC-Capping) für eine sichere, entspannte Ausgangslage und bringen ihr Nervensystem damit wieder zurück in den sicheren, „grünen“ Modus des Parasympathikus.

Beispiele dafür, wie wir das tun können:

  • Bei ADHS, Dauerstress und chronischem Muskelpanzer: Wir nutzen freudige, dopaminaktivierende Bewegungsimpulse oder ein kurzes, aktives Auspowern, um den gestauten sympathischen Tonus abzubauen.
  • Bei Kieferpressern, Nackenblockaden oder zervikogenem Tinnitus: Wir beginnen mit einem sanften, 30-sekündigen Vagus-Reset über die Augen, um die subokzipitale Myofaszie reflexartig zu entspannen – eine ideale Ausgangslange fürs Gewebe und eine neue Strategie für sie vor dem Schlafen.
  • Bei stark überreiztem ASS: Wir schaffen einen maximal reizreduzierten Safe Space, passen das Licht an, verzichten auf zwingenden Blickkontakt oder durch eine ihrer bereits bekannten Strategien um die exekutive Last des Gehirns sofort zu senken.

Phase V – Vorbereitung: Muskelsteuerung & Filter einstimmen (Sensorisches & Kognitives Priming)

In dieser Phase bereiten wir ihr Gehirn und ihren Körper gezielt auf die gewünschte Handlung oder den angestrebten Ruhezustand vor. Wir schliessen das überflutete Reiztor im Thalamus (Thalamusschutz) oder füttern die Basalganglien mit sicherem Dopamin, damit ihr Körper wieder spürbar und stabil wird.

Beispiele dafür, wie wir das tun können:

  • Bei Sitzproblemen am PC und ADHS-Dauerzappeln: Wir etablieren propriozeptives Rauschen über ein dynamisches Sitzkissen, instabile Unterlagen im Gehen oder unregelmässige Mikropausen-Signale via App, um den unbewussten Haltungswechsel anzuregen.
  • Bei Einschlafstörungen durch Tinnitus oder Gedankenkarussell: Wir bereiten das System im Bett über ein propriozeptives Drei-Kanal-Grounding, Pink Noise (akustischer Thalamusschutz) und kognitives Mischen (Cognitive Shuffling) auf das Einschlafen vor.
  • Bei ASS mit motorischer Dyspraxie: Wir nutzen propriozeptives Priming (PIR) auf der Behandlungsliege oder Druck im Sitzen (Gewichtsdecke, axialer Druck) um ihre Körperlandkarte im Gehirn gestochen scharf aufzubauen.
  • Bei AuDHS und Abneigung gegen starren Druck von aussen: Statt passiver Gewichtsdecken setzen wir auf aktiven, dynamischen Tiefendruck (Heavy Work gegen Widerstand) mit anschliessendem, bewusstem Nachspüren des nachschwingenden Muskeltonus.

Phase A – Absichtshandlung oder Absichtsmodus

Sie kommen in den gewünschten Zustand oder führen Bewegungen koordiniert und entlastet aus. Ihr System findet zurück in ein gesundes dynamisches Gleichgewicht und einen erholsamen, regenerativen Schlaf. Ihre Absicht kommt im Körper an, weil die unbewusste Steuerung wieder mitspielt.

Beispiele dafür, wie wir das tun können:

  • Bei ASS und Dyspraxie (Die Bewegungshandlung): Wir zerlegen komplexe Alltagsbewegungen in einfache, lineare Vektoren; sie steuern die Bewegung bewusst top-down, indem sie die Schritte laut mitsprechen und wir minimale Amplituden-Variationen präzise vorhersagbar ankündigen.
  • Bei ADHS und chronischer Überlastung (Der Alltags-Shift): Wir verankern regenerierende Mikrobewegungen über visuelle oder digitale Auslöser mitten in ihrem gewohnten Arbeitsalltag, um den Muskelpanzer zu sprengen, bevor er sich festigt.
  • Bei Erschöpfung, Tinnitus und Schlafstörungen (Der Absichtsmodus): Wir nützen das bewusste Umschalten in das Ruhezustandsnetzwerk (DMN), um über schwebende, ungerichtete Tagträume oder tiefe Entspannungsübungen (wie Vagus-Atmung, NSDR) einen erholsamen, regenerativen Schlaf einzuleiten.

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Für wen ist PhysioSystemische Therapie passend?

  • Sie haben seit Längerem Beschwerden am Kopf, am Kiefer, in den Ohren, im Nacken oder am Rücken.
  • Sie haben einen Tinnitus, welcher idealerweise nicht konstant gleich ist.
  • Sie haben Migräne, Gesichtsschmerzen, unklare Sehprobleme und/oder Schwindel.
  • Sie haben körperliche Beschwerden und ein neurodivergentes Gehirn (ADHS, ASS, AuDHS).
  • Sie haben körperliche Beschwerden und zudem eine hohe Belastung bzw. viel Stress.
  • Sie wünschen Unterstützung wie sie Übungen oder Verhaltensänderungen in ihren bereits vollen Alltag integrieren können.
  • Sie haben chronische Beschwerden am Bewegungsapparat und haben bereits einiges ausprobiert.
  • Sie wünschen einen systemischen und ganzheitlichen Ansatz mit Einbezug des ganzen Körpers und des ganzen Menschen.
  • Sie sehen unterhaltende Faktoren bspw. Verhaltensangewohnheiten, emotional bedingte Verspannungen, Bewegungsmangel oder Augengeschichten, die Einfluss auf ihren Körper haben könnten.

Methodenkoffer der PhysioSystemischen Therapie

Die PhysioSystemische Therapie ist eine individuelle & erfolgsversprechende Zusammenstellung von

  • klassische Physiotherapie – diese bildet die Basis meiner spezialisierten Therapie
  • Craniofaciale Therapie (CRAFTA) für Beschwerden am Kopf, Gesicht, Ohr & Nacken
  • Kiefertherapie (CRAFTA , CranioConcept u.a.)
  • Manuelle Therapie (OMTsvomp®) insbesondere bei Rücken-und Nackenbeschwerden
  • Myofasziales Training zur Verbesserung der Muskel- und Faszienfunktionen bei ungünstigen Haltungs- und Bewegungsmustern oder zur Erhöhung der Resilienz des Körpers
  • Weichteiltechniken z.B. Faszientechniken (Anatomy Train), Triggerpunkttherapie, Massage
  • Informationen zur Schmerzphysiologie
  • Patient Education & spezifische Informationen (Ergonomie- und Sportberatung, Spezialwissen für den Kopf-, Kiefer- und Nackenbereich inkl. Tinnitus, Schwindel, Gesichtsschmerzen, unklare Sehprobleme, chronische Beschwerden)
  • Basisabklärung der Mitbeteiligung der Augen in Zusammenarbeit mit Spezialist*innen sowie Training zur Integration der visuellen Wahrnehmung
  • vestibuläre Physiotherapie bei Schwindel
  • Systemische Analyse – Wie beeinflussen sich beispielsweise Kopfposition, Kieferbewegungen, Haltungsmuster, Fähigkeiten des Sehens, Fusskontakt mit dem Boden, Körperwahrnehmungsfähigkeit, Schmerzen oder Verspannungen? Wie ist das Zusammenspiel von Emotionen, Denk- und Verhaltensmustern mit der Körperspannung und/oder Bewegungsmustern? Zum System gehören auch ihre Lebens- und Arbeitssituation sowie die körperlichen Grundbedürfnisse (Schlaf, Bewegung, Balance von Leistung und Entspannung, Ernährung u.a.).
  • Methoden aus dem Gesundheitscoaching und der systemischen Erlebnispädagogik/Prozessarbeit zur Unterstützung bei Haltungs- und Verhaltensmuster, welche der Körper ausdrückt
  • Entspannungstherapie (Atemtechniken, Trager, SystematicRelease, Mentaltraining, mysofasziale Entspannungsmethoden)
  • Achtsamkeits-  und Wahrnehmungsübungen: Diese Unterstützen sie bei der Integration von Verhaltensänderungen, zur Verbesserung der Entspannungsfähigkeit und zur Defokusierung bspw. bei Tinnitus
  • Embodiment-Exercise (Emotionen beeinflussen unsere Haltung, Haltung & Bewegung beeinflussen auch unsere Emotionen)
  • Entwicklung von Strategien, wie sie selber ihre Beschwerden positiv beeinflussen und mit diesen umgehen können im Alltag
  • Stressmanagement sowie aktive und passive Methoden zum Ausgleich im vegetativen Nervensystem
  • Motivations- und Planungsinterventionen aus der Gesundheitspsychologie:
    „Vielen Menschen fällt es schwer, das, was sie sich vorgenommen haben, auch in die Tat umzusetzen. Auch dann, wenn sie hoch motiviert sind, gelingt es ihnen oft nicht, entsprechende Handlungen folgen zu lassen.“ (Fuchs, Göhner und Seelig, 2007)
    Im Sinne dieses Zitates unterstütze ich sie, wie sie orientiert an ihrem Ziel und mit ihren Möglichkeiten im Alltag ins Handeln kommen. So fällt der nötige aktiven Teil der Therapie und/oder die Veränderung von Haltungs- und Verhaltensgewohnheiten einfacher.
  • alle Weiterbildungen hier

Hintergrundinformationen

Bei länger bestehenden Problemen führt die Behandlung des Schmerzgebietes (=Quelle der Symptome) häufig nicht zum länger andauernden Erfolg. Dann stellt sich die Frage nach Faktoren, die das Schmerzgebiet immer wieder aktivieren. Viele Faktoren spielen zusammen und bringen ein Fass zum Überlaufen. Unser Körper hat eine grosse Kompensationsfähigkeit und nicht jedes belastete Gewebe macht Schmerzen. So ist es oft nicht nötig jeden Faktor zu eliminieren. Zusammen finden wir mit dem Blick auf ihr ganzes System heraus, welche Faktoren veränderbar sind. Zum besseren Verständnis gehe ich kurz auf einige Hypothesenkategorien aus dem Maitland-Konzept ein. Weiter unten finden sie einige Beispiele aus der Praxis.

Unter der Hypothesenkategorie «Quellen der Symptome» werden die Strukturen (Gelenke, Muskeln, Faszien, Nerven, Gefässe etc.) beschrieben, die für den Schmerz verantwortlich sind. Muskelverhärtungen in den Kiefermuskeln oder im vorderen Halsmuskel können beispielsweise Schmerzen im Kopf, in den Zähnen oder im Ohr auslösen. Unter der Hypothesenkategorie «beitragende & unterhaltende Faktoren» werden Faktoren beschrieben, die zur Entstehung oder dem Fortbestehen des Problems führen. Dies können physische/körperliche Faktoren, z. B. vorgeschobene Kopfhaltung, häufiges Kaugummi kauen, psychische Faktoren, z. B. Stress, Druck, Emotionen, oder Faktoren des Krankheitsverhaltens, z. B. Umgang mit Schmerz, sein. Eine weitere Hypothesenkategorie ist «Behandlung und Management». Gemäss der Forschung ist der Erfolg beim Umstellen zu einem aktiven Lebensstil mit Planungsinterventionen höher. Diese Planungsinterventionen aus der Gesundheitspsychologie unterstützen sie bei der Integration von individuellem myofazialem Training oder bei der Veränderung einer Haltung oder eines Verhaltens. Dies ist wichtig zur Verbesserung oder Entlastung der Schmerzquelle. Physiotherapie bildet die Basis meiner spezialisierten Therapie.

Beispiele

  • Konkretes Fallbeispiel (Lukas) im Fachartikel „Das vergessene Betriebssystem – oder: Wenn der Körper die Notbremse zieht.“
  • Herr A. hat das Mödeli, wenn er konzentriert ist, den Kiefer nach vorne zu schieben. Er kommt mit Beschwerden im Ohr in die Therapie. Verspannungen in den Muskeln, die diese Bewegung machen, führen zu den Schmerzen. Doch wieso ist diese Muskulatur überlastet? Herr A. realisiert sein Mödeli und verändert es mit Hilfe von Erinnerungsstützen im Alltag. Zusammen mit einer Behandlung der Verspannung und der verbesserten Koordination der Kiefermuskeln wird er beschwerdefrei. Nur die Behandlung der Schmerzquelle hätte nicht zum Erfolg geführt.
  • Frau B. kommt mit Kopfschmerzen in die Therapie. Viele Therapien hat sie schon ausprobiert. Die Halswirbelsäule wurde gut behandelt. Tests der Augen bzw. der visuellen Wahrnehmung lösen ihre Beschwerden aus. Die Augenmuskeln sind überlastet, möglicherweise durch eine unfallbedingte funktionelle Fehlstellung. Basisübungen für die Augen reduzieren die Beschwerden deutlich. Sie ist motiviert, nun auch an den anderen Faktoren zu arbeiten.
  • Herr C hat Verspannungskopfschmerzen, meistens bei der Arbeit. Der Arbeitsplatz ist ergonomisch korrekt. Die Behandlung der Nacken- und Schultergürtelmuskulatur führt kurzfristig zur Linderung. Nach genauer Analyse der Faktoren erkennt Herr C, dass die Beschwerden an Tagen mit hohem Arbeitsdruck verstärkt sind und dass er in diesen Situationen die Schulter hochzieht. Bei ihm reichte bereits das Erkennen der Zusammenhänge, um die Schmerzen zu reduzieren. Er lernte, wie seine Schulterposition, den in ihm aufsteigenden Druck signalisierte und welche Strategien er dagegen anwenden konnte, z. B. kurze Pausen oder Atemübungen.
    Individuelles oder begleitetes Erlernen von Stressmanagement oder Natur- und Gesundheitscoaching wären weitere Strategien gewesen.